COLLECTIVE IDENTITIES

"Die Lächerlichkeit grotesker Hyperaktivität"

Extra | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

Elf Konzerte, Performances, Film- und Videoprojektionen bilden die Reihe "collective identities" bei Wien Modern2005. Im Zentrum steht dabei eine dreitägige Konzertreihe im Schauspielhaus Wien (7. bis 9.11.; siehe Seite 10), die Formationen aus dem Bereich der außerakademischen zeitgenössischen Musikproduktion präsentiert. Dieser Konzertreihe folgen, auf die Gesamtlänge des Festivals verteilt, diverse Aufführungen. Ein Abend im zur Wien Modern Lounge umfunktionierten dietheater-Künstlerhaus (siehe Seite 17) erinnert an das 1959 in Rom gegründete Improvisationskollektiv Nuova Consonanza (12. und 13.11.). Ebenfalls dort werden zehn Projekte gezeigt, die sich mit dem 2004 erschienenen Kommentar zu James Joyces' Roman "Ulysses" auseinander setzen. Das Künstlerduo Deutschbauer/Spring oder die Musiker Martin Siewert und Didi Bruckmayr nehmen daran teil (16.11.).

  Wolfgang Mitterer sitzt an der Orgel, wenn das Klangforum Wien am 15.11. im Konzerthaus seine Komposition "Coloured Noise" uraufführt (siehe Seite 22). Im Filmmuseum wird eine erweiterte Fassung von Gustav Deutschs Film "Welt Spiegel Kino" (2005) zu sehen sein, live musikalisch untermalt von den Musikern Christian Fennesz, Burkhard Stangl und Jean-Paul Dessy (19.11., siehe Seite 11). Fragmente von Schlagermusik fließen in die elektronisch erzeugten Töne der aus Oliver Augst, Marcel Daemgen, Christoph Korn und Thomas Dézsy bestehenden Künstlergruppe ein, die sich am 21.11. im Konzerthaus des Themas "Jugend" annimmt. Georg Nussbaumer entwickelt ein musikalisches Schlachtengemälde unter dem Titel "schlachten:szenen" (am 24.11. im Konzerthaus). Nussbaumers Kommentar zum Thema der Reihe lässt tief blicken: "Kollektive Identität als Keim des Unguten, dessen martialische Front meist von der Lächerlichkeit grotesker Hyperaktivität betrieben wird."


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