Der Stummfilm war nicht stumm

Extra | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

WELT SPIEGEL KINO LIVE Bei Wien Modern ist eine musikalisch erweiterte Liveversion von Gustav Deutschs faszinierendem Film über das frühe Kino und seine Doppelfunktion als Zeit- und Wunschmaschine zu erleben. 

Das Kino der Stummfilmzeit bot anarchisches Jahrmarktsvergnügen und höchste Kunst. Es schillerte in allen Farben, bewegte die Massen, war Flucht aus dem Alltag, diente als Propagandawaffe dem Militär und der Arbeiterbewegung gleichermaßen. Man kann dem Stummfilm fast alles nachsagen, eines allerdings nicht: Dass er tatsächlich stumm war.

  Nicht ganz zufällig also spielt der Konzertbetrieb eine fast ebenso bedeutende Rolle bei der "Wiederbelebung" dieser Ende der Zwanzigerjahre ausgestorbenen Form des Kinos wie die Archive mit ihren Restaurierungen und die erkleckliche Zahl von zeitgenössischen Filmkünstlern, deren Arbeiten sich aus historischem "gefundenem Material" (Found Footage) speisen. Gustav Deutsch, gebürtiger Wiener des Jahrgangs 1952, ist einer von ihnen.


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