Stille unter Spannung

Extra | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

BEAT FURRER Der Schöpfer filigraner Klangwelten, dem Wien Modern heuer einen breiten Schwerpunkt widmet, ist als Mensch genauso wenig wie als Komponist ein Freund der großen Geste. 

Beat Furrer sitzt am Küchentisch und denkt nach. "Ich kann nicht mehr wirklich sagen, warum ich damals nach Wien gekommen bin", murmelt er und grübelt weiter über der Frage, wieso sich ein junger Musiker aus der westlichorientierten Schweiz Mitte der Siebzigerjahre ausgerechnet für den Umzug nach Österreich entscheidet. "Vielleicht war es der mythische Abglanz der Stadt." Furrer muss lachen. "Wien war damals auch noch eine andere Welt, alles war fremd und ein bisschen düster, das hat mich angezogen. Und abgeschreckt zugleich. Ich wollte ja auch regelmäßig wieder weg."

  Warum auch immer, fest steht, dass Beat Furrer vor dreißig Jahren aus Schaffhausen nach Wien kam und blieb. Er muss gut hier hergepasst haben, in die verschlafene Stadt der Siebziger, die sich zögerlich von ihrer Vergangenheit


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