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Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

Es gab Zeiten, da fiel es der Politikredaktion ein, die Wiener Wahlen praktisch zu schwänzen. Sei's aus Faulheit, sei's aus (falsch verstandener) Originalität schickte man die Kulturredakteure am Wahlabend in die Zentren des Geschehens. Ich war damals beim Liberalen Forum - so lange ist das her. Niemand käme auf die Idee, dieses Experiment zu wiederholen, und deswegen begaben sich die Damen und Herren Politikredakteure am Sonntag selbst wieder auf Recherche, um sich den spezifischen Mix aus Melancholie und Euphorie zu vergönnen, der die Parteiquartiere durchwehte.

Besonders dumpf und dunstig ging es im Café Adam zu, wo die FPÖ sich als einzige Partei ungedämpfter Feierlaune hingab. Florian Klenk überließ die Frankfurterschnitzelgulaschberge anderen und kaute an einer trockenen Semmel, ließ die "Ha-Tse, Ha-Tse"-Rufe (es klang ein bisschen nach "Na-Tsi, Na-Tsi!") über sich ergehen und beobachtete das närrische Treiben. "Dschi-O, Dschi-O!"-Rufe gab's wenige Hundert Meter weiter


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