Blaues Auge für Wien

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Eindrücke von und Ausblicke nach der Wiener Wahl, dem Auftakt zum Machtwechsel im Bund.

"Ungewöhnlich mild und freundlich" - diese Wetterprognose für den Wahlsonntag hätte die Grünen letzte Woche noch zum Jubeln gebracht; dennoch ist sich die erhoffte Sensation nicht für sie ausgegangen, sondern für die FPÖ. Noch ein hochpolitisches Motiv wäre bei dieser Wahlanalyse zu erwähnen: "Michael Häupl schließlich sollte nachdenken, wie demokratisch es ist, den Wahltag in eine Woche vieler urlaubsbedingter Kurzurlaube zu schieben", schreibt der Champion der österreichischen Leistungsträger, Andreas Unterberger, in der halbamtlichen Wiener Zeitung. Urlaubsbedingte Kurzurlaube! Ist das neoliberales Denken? Total liberal oder tautologisch-liberal? Die Faulen ernten die Fenstertage, wie sie fallen, und pfeifen auf ihre demokratische Pflicht. Unsereiner arbeitet nachts und am Sonntag, nicht nur, wenn Wahl ist. Und Fenstertage - schmälern die nicht das Bruttonationalprodukt?


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