Wiener Folklore

SIEGFRIED MATTL | Vorwort | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

KOMMENTAR Eine Partei als Stadtsymbol: Warum die Sozialdemokraten in Wien stets die Oberhand behalten. 

Trotz der Enttäuschung bei der SPÖ, die absolute Stimmenmehrheit verfehlt zu haben: Die Frage, ob es je ein nichtsozialdemokratisches Wien geben wird, ist keine politische, sondern eine thermodynamische. Die Sozialdemokraten werden erst dann nicht mehr die Stadtregierung stellen, wenn einer physikalischen Theorie zufolge der Wärmetod eintritt - wenn also gleich die ganze Welt zum Stillstand kommt. Jenseits der Politik ist das Sozialdemokratische zum Stadtsymbol geworden, so wie die Ringstraße, das Burgtheater oder Schloss Schönbrunn.

  Was macht den Wiener Unterschied aus? Vielleicht dies: Wien hat die Konfrontation mit der "Unwirklichkeit der Großstädte" umgangen. Die Erfahrung der Anonymität, des Lebens mit Gegensätzen, die Anwesenheit des Fremden, der Einbruch des Neuen und Unbekannten - all diese in den Berliner, Pariser oder Londoner Romanen aufgezeichnete Ambivalenz und

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