WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

WAS WAR

Junge Rote Erstmals konnten bei den Wiener Wahlen Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimmen abgeben. Das dürfte vor allem der ÖVP geschadet haben. Laut einer Wahltagsbefragung des Instituts Trendcom unter tausend Wahlberechtigten schnitten SPÖ (über fünfzig Prozent), FPÖ und Grüne bei den 16- bis 21-Jährigen überdurchschnittlich gut ab. Während die Grünen bei dieser Gruppe sogar Nummer zwei sind, schafft die ÖVP nur den vierten Platz. Bei den Senioren räumte die SPÖ in gewohnter Manier ab, schwächer war sie bei den Twens, bei denen die Grünen besonders punkteten. Ginge es hingegen nach den Männern, läge die FPÖ auf Position zwei. Bei den Frauen kommt die Strache-Partei dementsprechend schlecht an.

WAS KOMMT

Regierungsbildung Die neue rote Stadtregierung wird wohl genauso aussehen wie die alte. Bürgermeister Michael Häupl dürfte vorerst keinen seiner Stadträte austauschen, mit neuen Köpfen ist wohl erst in ein, zwei Jahren zu rechnen. Deshalb ist es relativ egal, dass sich der neue Gemeinderat erst am 18. November konstituieren wird, um den Bürgermeister und die Stadtregierung zu wählen. Bis zu diesem Tag muss übrigens das BZÖ aus dem Rathaus ausgezogen sein.

WAS FEHLT

Urteil im Fall Cheibani Wague Der Prozess um den Tod des Mauretaniers Cheibani Wague wird diese Woche fortgesetzt. Sechs Polizisten, drei Sanitäter und ein Notarzt sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, weil Wague im Stadtpark unter ihren Füßen erstickte und danach "unnötigerweise" (aus dem Gerichtsgutachten) Zeit verstrich, ehe Einsatzkräfte mit der Reanimation des Reglosen begannen. Die Polizisten beteuern, schlecht ausgebildet gewesen zu sein. Nun werden 37 weitere Zeugen gehört, um diese Behauptung zu überprüfen. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Republik wegen ihrer Amtshandlung bereits verurteilt. Eine Entschuldigung der Polizeispitze bei der Witwe Wagues blieb bis heute aus.


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