Kommentar

Who the fuck was Sillanpää?

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

Es gibt Schriftsteller, die sind von glaubhafter Gelassenheit, wenn es um Literaturpreise geht. Brigitte Kronauer zum Beispiel, die heuer mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wird (siehe Interview auf Seite 22), wiederholt mit etwas anderen Worten, was schon ihr Vorgänger Wilhelm Genazino anmerkte: "Es gibt kein Recht auf Beifall, und Kultur ist Zufall!" (Falter 37/04.) Von anderen Autorinnen oder Autoren weiß man, dass sie über Kollegen schon mal anfragen lassen, ob sie nicht doch endlich mal den Büchner-Preis kriegen könnten, oder dass sie ihrem Verlag die Hölle heiß machen, weil man sich dort nicht ausreichend intensiv um eine Übersetzung ins Schwedische kümmert - denn ohne eine solche hat man auf den Nobelpreis keine Chance.

Dass Literaturpreise so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist von der Warte der Autoren her verständlich: Für viele sind sie - wenn man auch noch Stipendien und dergleichen hinzuzählt - einfach ein wichtiger Bestandteil des Einkommens. So manche


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