OHREN AUF! Amen

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

Ein erster, weit offener Akkord, ein kurzes Zögern - und dann hebt die Musik an. Ruhig und gefasst, im Wortsinn schlicht und ergreifend schreitet sie dahin und lässt zunächst noch nichts erahnen von den letzten Dingen, über die sie berichtet. Als Kontemplation für die Karwoche hat Heinrich Schütz (1585-1672) sein klein besetztes Chorwerk "Die Sieben Worte unseres lieben Erlösers und Seeligmachers Jesu Christi" gedacht; der ungarische Komponist György Kurtág (geb. 1926) hat das Stück nicht einfach für zwei Klaviere transkribiert, sondern reduziert und konzentriert.

Der protestantisch anmutende Purismus seiner Arbeit dient dem Klavierduo Andreas Grau und Götz Schumacher als überzeugende Einleitung und Kontrast zu ihrer Einspielung der "Visions de l'Amen" von Olivier Messiaen (col legno/Lotus). Mitten im Krieg, 1943, hat Messiaen für diesen siebenteiligen Zyklus ins volle Leben gegriffen und die vielfältigen Bedeutungen des Wortes "Amen" herrlich tönend interpretiert. Mit schillernder

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