TIER DER WOCHE

Geizhalstag


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

Pünktlich zum Weltspartag findet sich hier auch die fünfte "Todsünde" ein: Geiz. Auch wenn man es in gottlosen Zeiten wie diesen, in denen Geiz vornehmlich geil sein darf, kaum glauben mag, so ist dieser eines der sieben Hauptlaster im katholischen Glauben. Vielleicht hat dieser Begriff auch eine Bedeutungswandlung erfahren und muss von anderen, ähnlichen menschlichen Eigenschaften abgegrenzt werden: Schon 1888 beschäftigte sich Meyers Konversationslexikon mit den verschiedenen Erscheinungsformen: "Ein geringerer Grad von Geiz ist die Kargheit, die sich auf das unentbehrliche Maß von Genüssen beschränkt und zur Knickerei wird, wenn sie auch wirkliche Bedürfnisse übersieht, zur Knauserei aber, wenn sie darauf ausgeht, andre auf kleinliche Weise in dem ihnen Gebührenden zu beeinträchtigen oder zu beschädigen." Sparsamkeit als Nachkriegstugend gilt hingegen heute als kaufkraftzersetzend und das Wort "Sparschwein" bekommt im Mund von Händlern auch eine neue Bedeutung. Dabei ist

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