Heißes Pflaster

Steiermark Stadtleben | INGRID BRODNIG | aus FALTER 43/05 vom 27.10.2005

NACHTLEBEN In der Nacht erblüht er als Mischmasch der Kulturen und Ballungsraum voller Gegensätze. Der Gries: ein multikulturelles 10-Gänge-Menü für Neugierige. 

Manchmal geht's erst in der Früh richtig los", erzählt die Barfrau der Mercedes-Bar, einem Traditionsbordells am Griesplatz. Auch wenn die Huren von der Straße verschwunden sind, das Rotlicht gehört zum Gries dazu. Der Gries ist jene Grauzone im bürgerlichen Bewusstsein der Stadt, dessen harter Kern Griesplatz und Griesgasse umfasst, und wohin traditionsgemäß jene siedelten, für die am rechten Murufer kein Platz war. "Die Mur war die Grenze. In der sogenannten ,Murvorstadt' wohnten all jene, die keine Bürgerrechte hatten", sagt Anita Hofer von der Kulturplattform KiG (Kultur in Graz). Die Trennung von linkem und rechtem Murufer gibt es noch heute - sie schlägt sich auch in den Mietpreisen nieder. Und so leben links der Mur häufig jene, die sich keine Wohnung im Osten leisten können. Manche sind aber auch freiwillig


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