Suche nach dem Slum

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

GEMEINDEBAU Seit der Wiener Wahl gebärden sich die Blauen wieder stolz als Anwälte der kleinen Leute. "Sehen Sie sich die Slums doch selber an. Gehen Sie in den Theodor-Körner-Hof", riet ein FPÖ-Mann dem "Falter" am Wahlabend. Eine Fact-Finding-Mission in Margareten. 

Mit 81 ist Rosa S.* fremdgegangen. Zum ersten Mal in ihrem Leben. "Ich habe diesmal FPÖ gewählt", gesteht die Pensionistin, "obwohl ich aus einem sozialistischen Haus stamme." Warum sie in so hohem Alter untreu wurde? "Weil es in unserem Bau bald wie in Istanbul zugeht", sagt sie: "Wenn jemand wegstirbt, zieht in die Wohnung sofort ein Ausländer ein. Wir haben alles hier, sogar Neger."

  Die Dame aus Margareten ist eine von hunderttausend Wienern, denen es die FPÖ verdankt, dass sie bei den Wahlen am 23. Oktober jubeln durfte. Heinz-Christian Strache & Co. verloren zwar fast ein Drittel ihrer Stimmen, schnitten mit knapp 15 Prozent aber viel besser ab, als allgemein erwartet. Die Blauen glauben zu wissen, wieso.


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