DER NEUE SCHMIDT

Als Proust den "Ulysses" schrieb

Kultur | SIGRID NEUDECKER | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

Laut Klappentext geht es in Harald Schmidts neuem Buch "Mulatten in gelben Sesseln" vor allem "um das Hollywood der Siebzigerjahre, in dem Schmidt eine zentrale Rolle spielte"; außerdem um dessen "Vaterschaftsprozesse in Kirgisien" sowie den "völligen Zusammenbruch, als Schmidt trotz 180 kg Körpergewicht am Ironman-Triathlon auf Hawaii teilnahm". Tatsächlich sind die knapp vierzig Seiten (der Rest des Buches enthält Schmidts Focus-Kolumnen) für Menschen mit unterdurchschnittlicher literarischer Bildung eine durchaus amüsante, wenngleich reichlich verwirrende Lektüre. Zu heftig prasseln Andeutungen und Zitate auf den Leser ein, als dass er so ohne weiteres mit deren Entzifferung nachkommen würde. Manchmal besteht die Andeutung auch einfach nur in dem Schreibstil, den Schmidt volley von der jeweiligen Vorlage übernommen hat. Insofern wird seine Absicht, durch das Buch zum Lesen der Originale zu animieren, möglicherweise nicht ganz flächendeckend greifen. Denn dazu müsste man


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