STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA, DREHLI ROBNIK | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

Eine kleine Hommage an Konrad Wolf (1925-1982), einen der bedeutendsten Filmemacher der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, gehört zu den Höhepunkten der Jüdischen Filmwoche, deren Zustandekommen in den letzten Jahren mangels angemessener Fördermittel schon mehrmals auf der Kippe stand. Neben aktuellen Produktionen stehen in den kommenden zwei Wochen im Votiv und De France drei Hauptwerke des nach dem Krieg aus dem sowjetischen Exil nach Deutschland zurückgekehrten jüdischen Regisseurs am Programm: "Sonnensucher" (1958), "Sterne" (1959) sowie der nach einem gleichnamigen Drama seines Vaters Friedrich Wolf gedrehte "Professor Mamlock"(1961), die gemeinsam eine Trilogie über Deutschland und die Zeit des Nationalsozialismus bilden. "Ich glaube", resümierte Wolf später, "dass all die Jahre in der Filmkunst für mich Jahre des persönlichen Ringens um die Heimat und um meine Landsleute waren". Eine dringende Empfehlung.

"Doom" ist, wie der Titel sagt, eher dumm, was bei der Kinoadaption eines alten PC-Spiels mit Ex-Wrestler The Rock in einer Hauptrolle vielleicht nicht überrascht und womöglich auch kein Problem wäre, wenn der Film sich enger ans Gameformat hielte. So jedoch wird Gruppendynamik unter Space Marines beim Einsatz in verwinkelten Biowaffenlabors redselig ausgewalzt, ohne dass eine "Skip Intro"-Funktion uns rettet. Es fehlt an Gespür für die bedrückende Raumästhetik oder allfälligen Retrocharme des Spiels, eine Ego-Shooting-Sequenz fällt pflichtübungshaft aus, und die Mutanten schauen auf dem alten Zombieballerautomaten in der Prater-Arcade besser aus. Vergleiche mit "Aliens" wären unvorteilhaft, Vergleiche mit der Realität obszön: Wer am PC und im Kino "Freund-Feind-Unterscheidung" gelernt hat, also möglichst viele Zombies und möglichst wenig Humankapital zu vernichten, kann im Irak immer noch etliche Kollateralschäden anrichten.


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