Mit 59 hat man noch Träume

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

MUSIK Nach 44 Jahren im Musikgeschäft ist Bettye LaVette vor wenigen Wochen der große Durchbruch gelungen. Dieser Tage kommt die Soulsängerin mit der einzigartigen Reibeisenstimme erstmals nach Wien. 

Der erste Eindruck ist einigermaßen umwerfend. Denn Bettye LaVette legt gleich einmal ungeschützt, quasi splitternackt los: Ohne jede Begleitung interpretiert sie einen Song von Sinead O'Connor, der kaum wiederzuerkennen ist. Mit einer Reibeisenstimme, die wie Jimmy Scott auf etwas zu viel Koks klingt (oder Tina Turner auf noch ärgeren Drogen), verwandelt LaVette das vergleichsweise harmlose "I Do Not Want What I Have Not Got" in einen leidenschaftlichen Blues, der instantan zu einer Gänsehautattacke führt.

  Mit dieser berührenden A-cappella-Interpretation eröffnet die Soulveteranin ihre neue Platte "I've Got My Own Hell to Raise", die seit Ende September am Markt ist. Und mittlerweile ist ziemlich klar, dass die 59-Jährige damit nach mehr als vier Jahrzehnten im Musikgeschäft


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