Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

Sex

Zärtliche Kusinen (1) Komischerweise haben heterosexuelle Männer mit lesbischem Sex deutlich weniger Probleme als mit schwulem. Dabei hätten wir doch eigentlich gute Gründe, Lesben als unsere natürlichen Feindinnen zu betrachten: Erstens interessieren sie sich nicht die Bohne für uns, und zweitens schnappen sie uns auch noch die Frauen weg. Unsere Faszination für die Frauenliebe hat also etwas Masochistisches. Dazu kommt der Reiz des Verbotenen: Schon im Kindergarten waren die spannendsten Spiele immer die, bei denen wir nicht mitspielen durften. Oder wenigstens zuschauen. W. K.

Fussball

Der Herzensholländer Austria-Trainer Frenkie Schinkels ist ein netter, witziger und frecher Typ, der schon als Premiere-Experte nicht nur wegen seines drolligen Rudi-Carrell-Wienerisch angenehm aufgefallen ist. Nach dem trostlosen 0:0 gegen Sturm wirkte er deprimiert, und er sagte einen schönen Satz: "Im Herzen bin ich noch Holländer, ich will Fußball sehen!" Schinkels meinte den von Johan Cruyff in den Siebzigerjahren geprägten "totalen Fußball", bei dem sich alles um Offensive dreht. Zum ersten Mal wird es mir ehrlich leidtun, wenn ein Austria-Trainer entlassen wird. W. K.

Mädchenzimmer

Alle meine Exfreundinnen (7) Es gibt ein Alter, da sind manche Mädchen unsicher und andere werden fies. Ich war in diesem blöden Alter, so mit 14, 15, bei der schüchternen Fraktion, hatte aber zwei Freundinnen, die sich mehr in Richtung Rädelsführerinnen entwickelten. Komisch, auf einmal wurden aus lustigen, unkomplizierten Mädels Tussis mit rosa Lippenstift, die vor ihrem Hofstaat mit (vermeintlichen) Bubenabenteuern prahlten. Sie funktionierten die Turnstunde in eine gruppendynamische Hölle um, wer sie nervig fand wie ich, war out. Davon ist mir eine Phobie gegen größere Frauenansammlungen im Fitnessstudio geblieben. J. O.


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