Tolle Toiletten

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER  | aus FALTER 44/05 vom 02.11.2005

DESIGN Spiegelkabinette, sakrale Orte oder ein Traum in Rot: Wieso berichtet eigentlich fast nie jemand von stil(vol)len Örtchen, wenn irgendwo wieder ein neuer Designerschuppen aufsperrt? Eine kleine Parade der hübschesten Häusln der Stadt. 

Das Klo im Café Stein ist legendär: Hohe Türen, verwirrende Schiebewände, die Pissrinne aus Nirosta bis unter die Decke, Metallbuchstaben, die "Achtung Stufe" warnen oder Beschriftungen im Terrazzoboden die schlicht "Frau" und "Mann" signalisieren, sorgen im von den Architekten Eichinger oder Knechtl designten Szenelokal heute noch für Aufsehen. Ebenso legendär, aber leider nicht mehr existent waren die Toiletten im Wiener Vorarlberg-Beisl des Clubveranstalters Johannes Hoschek Anfang der Neunzigerjahre. Männer verrichteten im Hoschek ihr Geschäft in einer schwarzen SM-Hölle, die Wände waren mit Leder und Nieten tapeziert, man pinkelte in Kübel. Bei den Frauen ging's hingegen eher weich zu - mit rosa Plüschbezügen an den Wänden.

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