Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

NASENBLUTEN Bist schon einmal aufgewacht, in der Nacht, wenn alles so still ist? So dunkel? So kalt? Und dir ein paar Sachen voll unklar: Warum ist der Polster so hart? Der Kopf so groß? Sind die Augen zu oder ist das Licht aus? Liegt der Körper oder ist der Raum gekippt? Und warum schmeckt die Welt wie ein rostiger Nagel? Nur wärmer, klebriger? Dann hast dich erinnert. An die Mischungen, die der Gruber zahlt hat. An die Schnapserln, die der Huber zahlt hat. Dass du zur Gruberin Schlampen gesagt hast, und zur Huberin geile Drecksau. An die große, haarige Gruberfaust, die auf dich zugeflogen ist, an die Huberfaust mit der Schnapsflaschen. Und daran, wie schön kühl der Wirtshaustisch zu deinem Kopf war. Wischst dir vorsichtig das Blut aus dem Gesicht, schaust in die schwarze Wirtsstuben, und kannst riechen, wie die Zeit stehenblieben ist. T.W.


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