Pariser Herbst

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

Ausland Hilflosigkeit und Rassismus der Polizei versus Gewalt und Randale der Jugendlichen: die Integrationsfrage als zentrale Frage Europas. 

Monströse "HLM", "Wohnbereiche mit moderaten Mieten", die bedrohlich wirkenden französischen Sozialbauten, haben das Stadtbild der Pariser Vororte schon vor Jahrzehnten geprägt. Aber noch in den Siebzigerjahren handelte es sich um funktionierende Gemeinwesen mit ethnisch und sozial gemischter Bevölkerung, meistens zusammengehalten vom egalitären Ethos eines kommunistischen Bürgermeisters. Die Einwandererkinder aus Algerien oder Senegal drückten gemeinsam mit den Kindern französischer Facharbeiter die Schulbank. Mehr als drei Jahrzehnte später sind die brennenden Straßen der zu kaputten Ausländerghettos verkommenen Pariser "Banlieues" zum Kristallisationspunkt einer fehlgelaufenen gesellschaftlichen Entwicklung geworden. Und zwar keineswegs nur in Frankreich.

  In Frankreich hat die Explosion der Gewalt nach dem Tod des 15-jährigen Boyne

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