DOLM DER WOCHE

John Gudenus

Politik | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

John Gudenus hätte sich entschuldigen können. Etwa dafür, dass er die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich bezweifelt und im ehemaligen KZ Mauthausen über die Fotos von Häftlingen gespöttelt hat. Doch der FPÖ-Bundesrat verspielte auch die letzte Chance. Bei seiner Abschiedsrede - Gudenus fliegt dank der Wien-Wahl aus der Länderkammer - zeigte der moralisch abgehalfterte Blaublütler keine Reue. Stattdessen bemühte er peinlichen Pathos ("Tränen im Herzen" wegen der Arbeitslosen) und krause Argumente gegen das "Machwerk EU-Verfassung" (nur die Verfassungen Simbabwes und Kenias seien länger). Wenn ihn die Justiz, die wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz Vorerhebungen durchführt, nicht noch vor Gericht zitiert, dann verschwindet Gudenus nun in die Pension. Diese ist, wie man so schön sagt, wohlverdient - vor allem für das Publikum, das Gudenus' Ergüsse ertragen musste.


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