Aufstand der Entrechteten

Politik | DORIS LIPPITSCH | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

PARIS Seit zwei Wochen eskaliert die Gewalt in Frankreich. Die "beurs", die Zuwandererkinder der dritten Generation, haben nichts zu verlieren - und schon gar nichts zu gewinnen. 

Immigrantenghetto, Clichy-sous-Bois, département Seine-St-Denis, 27. Oktober 2005: Bouna Traoré und Zied Benna sind tot. Sie sterben nordöstlich von Paris durch einen Stromschlag bei einer Verfolgungsjagd der Exekutive. Sie sind Zuwandererkinder der dritten Generation, beurs, blacks, caïds - Franzosen, métisses, Mischlinge. Auslöser für Unruhen, Straßenschlachten. Die Regierung schweigt. Frankreich ist durch den tristen Blick auf den untersten Rand seiner Gesellschaft unangenehm berührt. Der Konflikt ist nicht neu: Seit Jahrzehnten gibt es zu viele Versäumnisse.

  Die cités urbaines sensibles in den französischen Metropolen werden heute - politisch korrekt - mit "sensible Randzonen" übersetzt. Dort dominieren Wohnbauten, die in den Sechzigerjahren zur schnellen Überbrückung der Wohnungsnot für


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