WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

Komm, sag es ALLEN weiter!

Ich MUSS einfach mehr darüber loswerden: Ich habe gestern die beiden Premierenstücke gesehen - "Keiner hört auf Harvey" und "Wer gewinnt". Bin wieder einmal total perplex und überwältigt. Die Stücke machen zunächst sprachlos - ob der Tiefe, des Realismus, der "Erdigkeit", die in ihnen steckt - ich hab die Sprache mittlerweile wieder gefunden. ALLE Schauspieler sind so was von überzeugend, dass ich euch allen nur gratulieren kann. DAS IST THEATER mit INHALT, mit BOTSCHAFT, mit ANREGUNG ZUM WEITERREDEN, zum NACHDENKEN. Die Stücke machen auf eine Art betroffen, die man gerne aushält.

Statt des üblichen selbstverfassten Premierenberichts schickte Eberhard Wagner diesmal eine Spontanbesprechung aus dem Publikum.

Stell dir vor, es geht das Licht aus

Und diese Mangelerfahrung, genährt vom richtungslosen Schweifen durch ein bedeutungsloses Universum der Zeichen, könnte auf lange Sicht einen allgemeinen Überdruss am Prinzip der kulturellen Bricolage erzeugen. Noch promenieren wir auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten und sehen den Superstars zu, die sich im Blitzlichtgewitter suhlen. Doch vielleicht steht schon jemand am Hauptschalter, der sich anschickt, die Lichter auszuknipsen. Und dann ist jeder Mensch in seiner Nacht, verloren im Labyrinth seiner Einsamkeit.

Thomas Mießgang, Kurator der Ausstellung "Superstars", in Wien live über die Ausstellung "Superstars".

Rekursive installative Imagination

Man könnte Gerhard Tremls künstlerische Praxis als zeichnerisch-installative "Methode", als interpikturales Verfahren, aber auch als visuellen Denkprozess im Form von Versuchsreihen und pikturalen Anordnungen des Imaginären lesen. Innerhalb der rekursiven Bezüglichkeiten der Formate unter- und zueinander nimmt die Zeichnung die Rolle eines Testfelds der imaginären Möglichkeiten des installativen Settings ein.

Gewiss doch. David Komary im Folder von "4/4 Kunst bei Wittmann".


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