Anmutige Verwandlung

GERHARD MIDDING | Kultur | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

FILM Aus einem amerikanischen Gangsterfilm wird ein filmischer Bildungsroman: "Der wilde Schlag meines Herzens" von Jacques Audiard. 

Wenn die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen sich verkehrt, ist das für den Jüngeren zumeist mit Melancholie verbunden. Die Rollen werden neu verteilt, und wenn er sich für die Fürsorglichkeit des Älteren revanchiert, geschieht dies vielleicht nicht nur aus Dankbarkeit, sondern ist schlicht unumgänglich.

  Stumm hört sich Tom (Romain Duris) im Prolog von Jacques Audiards neuem Film "De battre mon coeur s'est arreté" ("Der wilde Schlag meines Herzens") an, wie ein Freund von der Hinfälligkeit seines Vaters erzählt. Hilflos und allein gelassen habe er sich gefühlt, seine eigenen Vorstellungen von Männlichkeit mit einem Mal brüsk infrage gestellt gefunden. Als sich Tom einige Filmminuten später mit seinem eigenen Vater Robert (Niels Arestrup) zum Essen trifft, beschleicht ihn eine Ahnung, dass auch ihr Verhältnis bald unter neuen Vorzeichen

  701 Wörter       4 Minuten
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