SPIELPLAN

Kultur | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

Ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt hat die Gruppe Supernova: Im Flakturm Arenbergpark spielt man Harold Pinters "One for the Road" (bis 19.11.), eines der bekannteren Stücke des aktuellen Literaturnobelpreisträgers. Zum düsteren Bunker passt das Kurzdrama, das ohne zeitlichen oder räumlichen Kontext Folter thematisiert, natürlich auch hervorragend. Woanders bauen sie solche Räume für solche Stücke, in Wien lässt Regisseur Johannes Maile das Verhör einer Familie in einer echten Halle aus Beton stattfinden. Maria Hengge, Horst Schily und Manfred Stella bespielen eine teils bewegliche Skulptur aus Neonlicht, Stahl und Holz (Bühne: Stephanie Linhart), ein bisschen lautes Wummern und ein bisschen Video machen die unterschwellige Gewalt spürbar. Dichtes Theater an einem dichtgemachten Ort - nach knapp einer Stunde ist man froh, dem entkommen zu dürfen. Und das ist jetzt durchaus positiv zu verstehen.

  Wie macht man aus einer Sozialtragödie was zum Lachen? Man sperrt


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