Unser Stier

WOLFGANG PATERNO | Stadtleben | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

STADTMENSCH Edip Sekowitsch ist Lokalbesitzer, Philosoph und Weltmeister auf Lebenszeit. Derzeit will er dem heimischen Boxsport wieder einmal auf die Beine helfen. Porträt eines sanften Schlägers. 

Einst hatte der Mann einen Ruf wie Donnerhall. "Stier aus Serbien", so nannte man ihn. Im Ring war er ein Schläger, kein eleganter Fighter. Ein Zerstörer war er, Testosteron und Schweiß aus jeder Pore. Ein gewaltiger Mann, was Kraft und Wortwahl anging: "Ich vernichte Powell", hat er etwa dem armen Wayne Powell angekündigt. Am 6. Juni 1998 wütete Edip Sekowitsch vereinbarungsgemäß und hämmerte seinen Gegner in der zehnten Runde k.o.. Ein Boxer, der weder Rechts- noch Linksauslage, nur den direkten Fausthieb kennt, Supermittelgewichtler, 1,74 Meter groß, etwas über siebzig Kilo schwer, unser Stier, der bislang erste und einzige Boxweltmeister Österreichs: An diesem Abend wurde Sekowitsch zum zweiten Mal in seiner Karriere zum UBF-Weltmeister, zum Champ der Universal Boxing Federation

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