TIER DER WOCHE

Faule Eier


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 45/05 vom 09.11.2005

Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy legt sich nicht auf die faule Haut, sondern will das "Gesindel" (les voyous) der Vorstädte "mit dem Hochdruckreiniger entfernen". Eine schöne Ansage, die zurzeit jede Nacht eine entsprechende Antwort durch die arbeitslosen Immigranten erhält.

Als Held einer Arbeiterpartei meinte Gerhard Schröder vor einigen Jahren zu den Arbeitslosen in Deutschland: "Es gibt kein Recht auf Faulheit." Das mag zwar eine schöne dialektische Einsicht in die objektive Einheit von Gegensätzen gewesen sein, das p.t. Volk nahm es auch ihm übel und wählte ihn ab. Die Kirche, für die Faulheit eine von sieben Todsünden ist, hielt sich mit Kritik zu dieser Ansage zurück, vielleicht auch deswegen, weil Gott als Erster die arbeitsfreie Zeit eingeführt hatte. Paul Lafarge, revolutionärer Sozialist und Freund von Karl Marx, führte diesen in seiner Schrift "Zur Widerlegung des Rechts auf Arbeit" als bestes Beispiel für eine moderne Freizeitgesellschaft an: "Jehovah,

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