VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

Aus einem Gespräch, das der Schriftsteller Franz Schuh mit dem Friseur Erich Joham führte, der damals an der Angewandten eine Vorlesung über "das Haar im künstlerischen Bereich" gehalten hatte.

  Erich berichtete darüber: "...Es ist jeden Tag etwas anderes dabei herausgekommen und es wäre auch unerschöpflich, was man da von der Antike bis zur Neuzeit alles bei den Haaren herbeiziehen kann. Ob das jetzt Menschenhaare, Tierhaare oder Pflanzenhaare sind, es ist ganz wurscht, ob das ins Religiöse geht oder dann halt als Zeiterscheinung in die Mode. Mode ist es für uns, aber ich kann noch immer zurückblicken und schauen, was war und wie's im Vergleich dazu heute steht. (...) Dann haben wir eine Aktion gemacht. Schamhaar als Charmehaar. Wir haben dann auch den Filmausschnitt aus dem Film von Peter Weibel gebracht, wo sich dieses eine Mädel die Schamhaare dann auf Charmehaare ..."- Franz Schuh: "... einen Backenbart erzeugt hat oder wie?" - Erich: "Ja, ja, einen Bart erzeugt hat. Wir haben also Achselhaare und Brusthaare rasiert. Ich habe dort keine Leute gefoltert. In Südamerika ist das Enthaaren auch noch Teil der ..." - Schuh: "... allgemeinen Demütigung, nicht?" - Erich: "Ja, also so gesehen hätte ich nie einen dort enthaart."- Schuh: "Mit welchem Recht wendet sich der Friseur, der den Kopf frisiert, dem Schamhaar zu. Dilettiert er da nicht auf einem fremden Gebiet?" - Erich: "Für mich sind das alles Köperhaare und ich habe das auch so angewendet an der Angewandten. Also im Geschäft kann man das schwer anwenden, aber auf einer Hochschule ..." A.T.


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