Sieben Leben

NINA HORACZEK | Politik | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

HOLOCAUST Der Bestseller von Leo Bretholz über seine abenteuerliche Flucht vor den Nazis ist nun auch auf Deutsch erschienen.

Im Fünfer beginnt die Reise. Mit der Straßenbahnlinie fünf vom Wallensteinplatz zum Westbahnhof, dann nach Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Belgien, dazwischen wurde er einmal von den Schweizern nicht über die Grenze gelassen. Und dann, in den frühen Morgenstunden eines Novembertags mitten im Krieg, der rettende Sprung aus dem Zug. "Auschwitz" hieß die Endstation.

  Leo Bretholz ist gelungen, was kaum vorstellbar ist, nämlich insgesamt sieben Mal den Fängen der nationalsozialistischen Mörder zu entkommen. Am 25. Oktober 1938 schickte seine Mutter den damals 17-Jährigen fort aus Wien. 67 Jahre später liegt die Geschichte dieser abenteuerlichen Flucht nun auf Deutsch vor. Dabei hatte eine alte Frau, die mit ihm und seinem Freund in den Viehwaggon Richtung Auschwitz gepfercht worden war, die beiden schon 1942 ermutigt: "Wenn ihr springt, werdet ihr vielleicht

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