PRESSESCHAU

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

Manch anderer muss teure Inserate kaufen, Innenministerin Liese Prokop kommt ihrer Partei in Sachen Eigenwerbung dank News seit einiger Zeit besonders billig. Vor zwei Wochen durfte die ÖVP-Politikerin mit einem "Anti-Rassismus-Band" um den Arm "undercover, genauer gesagt: als News-Reporterin, unbefangen mit Flüchtlingen reden" und stöhnte ihrer Begleiterin auch gleich die Titelschlagzeile "Das ist ein Wahnsinn" ins Diktiergerät. "Ministerin zeigt Emotionen", schreibt das Magazin. Recht hat sie. Dass Prokop als Innenministerin für diesen "Wahnsinn" in Traiskirchen verantwortlich ist, davon war allerdings nichts zu lesen. Dafür durfte sie sich eine Woche darauf im News mit FPÖ-Chef Heinz Christian Strache duellieren: "Prokop zu Strache: ,Das ist menschenfeindlich'", steht dort in Riesenlettern. Dass in genau dieser Woche, in der Prokop "undercover" durch Traiskirchen marschierte, ihre Beamten eine Mutter samt Baby in Schubhaft nahmen und erst nach massivem Protest von NGOs freiließen, darüber ist im News allerdings auch keine einzige Zeile zu finden.


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