FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

"Schnell einschalten, dieses Tanzdingfinale ist die reinste Familienaufstellung", plärrt der Freund ins Telefon, der am Häusel so gerne Trivialpsychologiehefte liest. Aber interessant, er hat recht. Im Finale der ORF-"Dancing Stars" kämpft die resolute Übermama (Marika Lichter) gegen den ewig wuchtelreißenden ältesten Sohn (Toni Polster), dazwischen moderieren die unbegabten, aber glattgesichtigen Kinder, die echt alle Verwandten lieb haben (Mirjam Weichselbraun, Alfons Haider). Wenigstens tanzt die talentiertere, aber steife Tochter (Barbara Rett) so korrekt, wie man es von ihr erwartet, während sich der vom Leben angeschlagene Vater (Peter Rapp) auf der Tanzfläche liebenswert zum Deppen macht. Und die gütige Tante, die nur fies gegenüber Frauen gleichen Alters ist (Dagmar Koller), kommentiert das Geschehen neben dem freundlichen Onkel mit dem Waschbärengrinsen (Thomas Schäfer-Elmayer). Therapieergebnis: Mama scheißt sich nichts und triumphiert in einem absolut lächerlichen Kostüm, der große Bub ist erstmals schmähstad, und alle Familienmitglieder sind offensiv glücklich, dass sie diese Therapie gemacht haben.


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