Der Neue Potter-FILM

Hormone im Dreivierteltakt

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

Ein großer Teil des Publikums der "Harry Potter"-Filme rekrutiert sich vermutlich aus Zusehern, die ins Kino strömen, obwohl sie genau wissen, wie es ausgeht; ja vielleicht sogar, weil sie es genau wissen. In Sachen Texttreue sind Potter-Leser noch strenger als der ärgste christliche Fundamentalist - weswegen sich die Filme auch keinerlei Freiheiten herausnehmen dürfen. Dadurch bekommen sie mitunter etwas Gehetztes: Schließlich muss im Prinzip jedes Motiv und jede Nebenfigur zumindest kurz einmal auftauchen. In der Verfilmung des vierten Bandes, die von Mike Newell ("Four Weddings and a Funeral") besorgt wurde - womit nun endlich auch der Regiesessel in britischer Hand wäre -, wird die vielleicht spektakulärste Kulisse des an spektakulären Panoramen und Ansichten nicht eben armen Filmes gleich zu Beginn hochgezogen: Ein gigantisches Stadion für die Quidditch-Weltmeisterschaft, so steil, dass dagegen selbst Manchesters Old Trafford als müder Flachbau erscheint. Aus erzählökonomischen


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