STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

Christine hat sich vorgenommen, jeden Tag so zu leben, als wäre es ihr letzter: sie bis zur Neige auszukosten, mutig und ohne Rücksicht auf Verluste. Die leicht verhuschte junge Frau ist von Berufs wegen Taxifahrerin für Senioren und Videokünstlerin von Berufung. Gespielt wird sie von Miranda July, der Regisseurin von "You and Me and Everyone We Know", die mit diesem Ensemblefilm aus den Vorstädten von Los Angeles ihr Spielfilmdebüt gibt. Rund um Christine bevölkert rund ein Dutzend weiterer Figuren lose verknüpfte Handlungsstränge: Richard, ein depressiver Schuhverkäufer, seine beiden Söhne, sein Arbeitskollege Andrew und zwei Mädchen aus der Nachbarschaft, die ihr Erwachsensein durch pubertäre Sexspielchen erproben wollen. Manche der kleinen, beiläufigen Episoden sind umwerfend komisch, manche um des größeren Zusammenhalts wegen konstruierten hingegen einfach nur blöd. Im buchstäblichen Sinn die "Arschkarte" gezogen hat eine Kuratorin, die moderne Kunst nicht von der


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