Stadt im Dunkeln

Stadtleben | MARTINA STEMMER | aus FALTER 46/05 vom 16.11.2005

BEHINDERUNG Wie orientieren sich Blinde in der Stadt? Eine Ausstellung zeigt die größten Hindernisse auf, eine Führung macht sie erlebbar. 

Nach der Kreuzung gehen wir nach links!", ruft Milan Malecek. Das sagt sich so leicht, wenn man aber nicht sieht, wo man hin läuft und keine Ahnung hat, wie weit es bis zur besagten Kreuzung noch ist, ist das mit dem Abbiegen ziemlich schwierig. Langsam tastet man sich vor, immer wieder muss Malecek ein paar Ausreißer vor Zusammenstößen mit Briefkästen, Passanten oder Autos bewahren. Große Erleichterung, als nach zwanzig Minuten alle Teilnehmer wohlbehalten beim Ausgangspunkt ankommen.

  Letzte Woche ließ sich am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, sich als Blinder in der Stadt zu bewegen - unter professioneller Aufsicht. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs lud zu einer Führung mit Augenbinde und Blindenstock, Mobilitätstrainer Malecek geleitete über den Wallensteinplatz im 20. Bezirk. "Wir wollen damit


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