VORWORT

Tote Hose im Mehrzweckland

Steiermark Vorwort | THOMAS WOLKINGER | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

Von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbeachtet, tobt im Land ein gewaltiger Kampf. Es geht um mehr als das kurzfristige Absichern von Machtpositionen, um mehr als Geld oder schnöden Ruhm. Es geht ums Ganze. Es geht um Kultur. Genauer gesagt: um die Leitkultur der Steiermark. Eröffnet wurde dieses unerhörte Diskursfeld vergangene Woche ausgerechnet im steirischen Landtag, also dem Ort, an dem bislang vornehmlich über Kanalförderungen und das Bauernsterben debattiert wurde. Wir erinnern uns dunkel, dass in den letzten Jahren Abgeordnete, die im Landtag das Wort Kultur im Mund führten, sogar regelmäßig wegen Majestätsbeleidigung des Saales verwiesen wurden. Vielleicht täuschen wir uns da aber auch.

  Vergangene Woche ging es jedenfalls heftig zu. Und über weite Strecken durchaus erfrischend offen. Dann aber warf einer, von dem man es - zumindest im Kulturkontext - gar nicht erwartet hätte, der Polizeibeamte und VP-Abgeordnete Eduard Hamedl nämlich, das Wort "Punk" ins Plenum.


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