Das verdrängte Lager

Steiermark Politik | HERWIG. G. HÖLLER | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

ZEITGESCHICHTE Im k.u.k. Interniertenlager Thalerhof starben nahezu zweitausend Deportierte aus dem Osten der Monarchie. In der Steiermark ist das Lager völlig in Vergessenheit geraten, in der Ukraine ist die Erinnerung an das "galizische Golgotha" lebendig geblieben; Dies sorgt für politische Konflikte. 

In Thalerhof landen. Für Tausende österreichische Staatsbürger, Ukrainer aus Galizien und der Bukowina, gab es während des Ersten Weltkriegs nur wenig Schlimmeres: Das k.u.k. Interniertenlager zwischen 1914 und 1917 und dessen tragische Bedeutung sind in der Steiermark praktisch vollkommen in Vergessenheit geraten. Mit Ausnahme eines schmucklosen Karners, der am Friedhof von Feldkirchen bei Graz verloren im Eck steht, und einer "Lagergasse" weist nichts mehr darauf hin. Selbst Bewohner des Dörfchens am Rande des Grazer Flughafens wissen oftmals nicht, was sich vor neunzig Jahren auf ihren Grundstücken abgespielt hat. Abgesehen von vereinzelten Anekdoten: Man habe sich immer erzählt,


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