Laufsteg der Eitelkeiten

Steiermark Kultur | GREGOR SCHENKER | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

THEATER Das Grazer Next Liberty bringt den Klassiker schlechthin auf die Bühne. Die Aufführung von "Romeo und Julia" geriet aber angenehm unklassisch. 

Jeder Regisseur, der diese Schmonzette auf die Bühne bringt, wird mit Argusaugen beäugt. Man kennt schon die Filme von Zefirelli und Luhrman, hat das Stück schon in Jeans an Staatstheatern und verkitscht auf Sommerbühnen gesehen, aber immer wieder sieht man es doch gerne, weil es eines der besten ist. Der Trick ist, dass sich die Tragödie ordentlich Zeit lässt und man die Charaktere erst einmal lieben lernt und mit ihnen lacht, bevor sie sich dann gegenseitig das Messer in die Brust stoßen. Wenn man das als Regisseur hinbekommt, hat man schon ziemlich gewonnen, egal ob die Protagonisten in Plüsch oder Latex herumlaufen.

  Steffen Höld lässt in seiner Inszenierung das Tragische außen vor, sorgt immer für Lacher, auch wenn sich Romeo schlussendlich den finalen Schuss setzt. Die Protagonisten leben allerdings auch in einer lächerlichen


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