Beischlaf suchen

CHRISTIAN TEISSL | Steiermark Kultur | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

LITERATUR Die Grazerin Sonja Harter hat ihren ersten Lyrikband vorgelegt. Sie ist dabei "weit entfernt von ruhe" unterwegs. 

In Graz werden Autoren entweder zum Mythos erhoben oder links liegen gelassen; vor Kritik aber sind sie in jedem Fall sicher, denn die kritische Auseinandersetzung mit Literatur findet hier außerhalb des akademischen Betriebes nicht statt. Die meisten der hiesigen Auguren meiden sie, und was da und dort als Kritik posiert, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Reklame. Dass dieser Zustand gerade für junge Autorinnen und Autoren auf Dauer unerträglich ist, liegt auf der Hand.

  Sonja Harter etwa, 22 Jahre alt, Lyrikerin und Redakteurin der "Lichtungen", gehört zu jenen literarischen Nachwuchshoffnungen, die zwar allenthalben genannt und anerkannt werden, deren Anspruch auf ernsthafte Kritik jedoch, wie es scheint, niemand einlösen will. Dabei wären gerade ihre Gedichte es wert, kritisch befragt und ins Gespräch gezogen zu werden. Anlass dafür besteht allemal,

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