Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

SCHNEE ESSEN Fühlst dich gleich feierlich, wenn's weiß und weich vom Himmel kommt. In dicken, dicken Flocken. So viele! Ein Himmel voll. Frohlocken! Wie das schönste Lied. Spürst sie fallen, spürst sie zergehen. Wie kleine Eisküsse. Auf der Stirn, heiß vor Freude und Fieber. Auf den Augen, müde vom vielen Licht. Spürst sie im Herzen, das weh tut vor Sorgen. Das zieht vor Sehnsucht: Das Kind! Der Baum! Der Apfel! Der Stern! Das Kipferl! Das Wunder ist ganz in dir drin. Machst den Mund vor Staunen auf. Spürst die Flocken fallen, spürst sie zergehen in dir. Wie zarte Zungenküsse von Abertausend Eisengeln. Ganz in dir. Deine Schneekommunion. Darfst das denken? Darfst das überhaupt denken? Wirbelt der Kopf! Wirbelt der Schnee! Wirbelt wie wild! Spürst sie schmelzen in dir, die Engelslegionen? Milliarden sind es, nehmen dir alle Luft. T. W.


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