VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

Ja, unsere Grünen, sie streiten. Aber was streitet, lebt, der Krieg ist bekanntlich der Vater aller Dinge, und überhaupt: Vor zwanzig Jahren war alles noch viel schlimmer, zwar nicht bei uns, aber in Frankfurt. Klaus-Peter Klingelschmitt berichtete von der Phase vor der ersten Koalition in Hessen zwischen SPD und Grünen; tragischerweise war in den Tagen zuvor der Demonstrant Günter Sare von einem Wasserwerfer der Polizei überfahren und getötet worden.

  "Die Grünen sagten die für den darauf folgenden Montag geplanten Gespräche mit der SPD sofort ab. (...) In Frankfurt klagten derweil ,Straßenkämpfer' und grüne Fundamentalisten die Landtagsgruppe der Grünen an, mit der Verabschiedung des Haushalts, der den Ankauf von Wasserwerfern für die Polizei beinhaltete, sich am Tod Günter Sares mitschuldig gemacht zu haben. Darüber hinaus dürften sich die Grünen an diesem ,Schweinesystem' auf keinen Fall beteiligen. Den Koalitionsbefürwortern um Daniel Cohn-Bendit flogen gar auf einem Teach-in im Hörsaal VI der Universität die faulen Eier um die Ohren. Der Ministerkandidat Joschka Fischer wurde von jugendlichen ,streetfightern' ausgebuht und war nur mühsam davon abzubringen, mit den Fäusten auf die ,Krakeeler' (Fischer) loszugehen."

  Würde die Basis den rot-grünen Pakt und einen Umweltminister Fischer absegnen? Oder würde der seinen einst auf den Bundestag gemünzten Spruch auf den grünen Parteitag anwenden und ihn "eine unglaubliche Versammlung von Alkoholikern" nennen müssen?


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