"Historiker sind mächtig"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

ZEITGESCHICHTE In Gedankenjahren wird "die Geschichte" zu einer öffentlichen Angelegenheit. Die "Zeitschrift für Geschichtsforschung" widmet sich schon seit 15 Jahren den Prämissen der eigenen Zunft. Ein Geburtstagsgespräch. 

Kaum irgendwo spielt die Geschichte im öffentlichen Diskurs eine solche Rolle wie in Österreich. Gedenkpolitik bearbeitet das prekäre Selbstverständnis der Republik. Für die Geschichtsforschung ist das nicht unbedingt immer von Vorteil. Wahrgenommen wird vor allem die Zeitgeschichte, die sich mit den sieben Jahren NS-Regime beschäftigt, allenfalls noch die politische Geschichte, die diesen vorausging, und der, die ihr folgte. Sozial-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte fristen vergleichsweise ein Schattendasein. Vor 15 Jahren wurde die Österreichische Zeitschrift für Geschichtsforschung (ÖZG) gegründet, die versuchte, diese Engführung aufzubrechen. Diese Woche gönnt sich das ambitionierte Projekt in Wien eine Geburtstagstagung. Ein Anlass, mit Reinhard


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