FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

Kinder quälen hat interessanterweise noch immer Saison. Eigentlich dachte man ja, nach dem zweiten recht erfolglosen Aufguss von "Deutschland sucht den Superstar" findet sich kein Teenager mehr, der eine derartig bescheuerte Show mitmacht. Aber nein, jetzt gibt es "DSDS", Teil Drei. Da musst du schon sehr verzweifelt sein, um dich öffentlich von Albtraum-Produzent Dieter Bohlen und zwei anderen Dumpfbacken (irgendeine "Musikexpertin" und so ein "Musikmanager", kennt keine Sau) runtermachen zu lassen - nur um im besten Fall fünf Minuten Ruhm, ein Panscherl mit einem grauslichen Popmacher oder einen Auftritt in diesem räudigen RTL-Dschungelcamp zu gewinnen. Dafür stellen sich pubertierende Kids ohne Lehrstelle und Perspektive selbst an den Pranger, jaulen üble Christina-Aguilera-Balladen, ziehen sich für Onkel Dieter zu kurze Röcke an, zeigen ihre Pickel und Unsicherheiten. Die "Jury" zieht sie durch den Kakao, besonders gerne die blonde Transe oder die armen Vögel, die ihre fünf Sinne offensichtlich nicht ganz beieinander haben. Die Pubertät ist ein schreckliches Land.


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