Immer auf die Kleinen

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

KUNST Alexander Brener und Barbara Schurz prügeln wieder: Die Werkzeuge der beiden Wiener Aktionskünstler sind Spucke, Spraydose und Watschen. 

Es ist nur wegen Ihres Gesichts / und tut uns ansonst aufrichtig leid", schreibt Doctor Döblinger in Heimito von Doderers Roman "Die Merowinger" auf einen Zettel, den er einem seiner Prügelopfer in die Tasche steckt. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten huldigt er der Praxis des "arbiträren Verprügelns", der vielgestaltigen "Application" von Schlägen. Dabei wird unterschieden zwischen Plomben, einer Art Jagdhieb, und der Glatzenwatschen ("weich, tunlichst mit nasser Hand"). Ist die Plombe zu stark, dann erfolgt der sogenannte Plauz, der den Plombierten nach vorne fallen lässt. "In diesem Fall muss sich der Plomber rasch entfernen." Das Ziel allen Plombens und Plauzens sei die "physiognomische Gerechtigkeit", soll heißen: Wer Döblinger und seinen Mannen nicht gefällt, kriegt Haue.

  Diese literarische Fiktion wird von einem Künstlerpaar


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