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WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

THEATER Regisseur Herbert Fritsch wurde engagiert, um etwas Castorf-Flair ans Volkstheater zu bringen. Sechs Wochen vor der Premiere wurde er wieder nach Hause geschickt. 

Herbert Fritsch sitzt im Café Engländer und schimpft sich seinen Frust von der Seele. "Schottenbergs politische Haltung ist purer Kitsch-Sozialismus!", poltert er. Oder: "Der rote Stern am Volkstheater ist entweder eine Weihnachtsdekoration oder ein stalinistisches Symbol. Weil das, was Schottenberg da macht, ist willkürliche Zensur!"

  Die Wut des Regisseurs ist verständlich. Sie haben ihm sein neues Spielzeug weggenommen. Ende Oktober hatte er am Volkstheater die Arbeit an der Inszenierung "Der Golem", einer Dramatisierung des Romans von Gustav Meyrinck, begonnen. Zweieinhalb Wochen später, am 9. November, zitierte ihn Volkstheaterdirektor Michael Schottenberg zu sich und teilte ihm mit, dass die Produktion abgesagt sei. (Stattdessen wird der Direktor selbst "Weiningers Nacht" inszenieren, Premiere ist voraussichtlich

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