Im Haus der Gerüchte

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

MUSIK Wien Modern und das Klangforum Wien zeigen Beat Furrers Hörtheater "Fama". 

An einem Ort in der Mitte des Erdkreises, zwischen Erde, Meer und Himmelszonen, so behauptet Ovid in seinen "Metamorphosen", befinde sich das erzene Haus der Fama mit seinen zahllosen Eingängen und tausend Öffnungen. Von hier aus könne die Göttin des Gerüchts alles hören, was irgendwo geschieht, und sei es noch so weit entfernt - "jede Stimme dringt an das lauschende Ohr".

  Zum Abschluss des Festivals Wien Modern wird dieses Haus der Gerüchte in Wien nachgebaut. Der Komponist Beat Furrer ließ sich vom antiken Mythos inspirieren und erdachte ein Hörtheater, mit dem er das utopische Götterheim tatsächlich zum Klingen bringt. "Fama" heißt sein Stück "für Klanggebäude, großes Ensemble, acht Stimmen und eine Schauspielerin", und es greift Ovids Idee des tönenden Raums aus Erz ganz unmittelbar auf: Gemeinsam mit dem Bühnenbildner und Architekten Wolfgang Bürgler, dem Akustiker Winfried Ritsch

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