Sex nach dem dritten Bier

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

LITERATUR Der Prager Michal Viewegh hat einen der traurigsten und schönsten Romane der Saison geschrieben: "Völkerball". 

Mit zwanzig kann es ganz nett sein, sich die Wohnung mit zwei Gleichaltrigen zu teilen; mit einundvierzig ist es nicht mehr so lustig." So beginnt Michal Viewegs "Völkerball", der diesem Einstiegssatz eine launige Beschreibung einer hygienisch entgleisten WG hinterherschiebt. Dennoch darf man Tom ruhig beim Wort nehmen: Es ist wirklich "nicht mehr so lustig".

  Tom teilt sich mit seinen alten Schulspezln Jeff und Skippy die sogenannte "Höhle". Wenn Frauenbesuch angesagt ist, wird sie ausnahmsweise mal ausgemistet. Aber erstens ist das ohnedies nicht oft der Fall und zweitens ein Riesenmissverständnis - das sich allerdings nach 25 Jahren Freundschaft nur mehr unter heroischem Bekenntnisaufwand korrigieren ließe; und dazu ist Skippy nicht bereit. Also bleibt er der Rolle des Klassenclowns treu, führt zotig-komische Reden über die "Mösen", mit denen er als Gynäkologe


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