"Wir können nicht anders"

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

FILM Jean-Pierre und Luc Dardenne gehören zu den wichtigsten Regisseuren der Gegenwart. Anlässlich einer Retrospektive im Filmmuseum sprach der "Falter" mit ihnen über den Körper der Schauspieler und die Freiheit des Zuschauers. 

Es ist vielleicht gar nicht so merkwürdig, dass es seit den Gebrüdern Lumière zahlreiche Zweigespanne gibt, die arbeitsteilig Regie führen: Es gemahnt daran, dass das Kino eine Gemeinschaftskunst ist. In den Filmen der belgischen Regisseure Luc und Jean-Pierre Dardenne ergänzen sich Furor und gewissenhaftes Zögern, soziales Anliegen und kinohafte Konkretion. Sie sind von sorgsamer Anschaulichkeit, großzügig wird das Unausgesprochene in die Rede der Bewegungen und Gesten überführt. Die Retrospektive des Filmmuseums lässt nachvollziehen, wie die zweifachen Gewinner der Goldenen Palme in Cannes (1999 für "Rosetta" und 2005 für "L'Enfant") zu verlässlichen Chronisten der sozialen Verwerfungen ihrer Heimat geworden sind. Und auch in ihrem jüngsten


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