FILMFESTIVAL EU XXL

Größe durch Vielfalt

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

Ein schönes Bild für die Beschaffenheit des europäischen Kinos findet sich am Anfang von "Land der Vernichtung", dem neuen Dokumentaressay von Romuald Karmakar. Er schreitet die Umzäunung eines Vernichtungslagers der Nazis in Polen ab, bis der Akku seiner Videokamera aufgebraucht ist. Das europäische Kino, so die Arbeitshypothese des Festivals EU XXL, kann nur als Kino der Individualität bestehen. Entsprechend disparat fällt das Programm aus, eine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilmen, Debüts und Arbeiten renommierter Filmkünstler wie Erik Poppe, Fridrik Thór Fridriksson und Mercedes Álvarez.

  Etwas weniger schlüssig nimmt sich die "Zweiteilung" des von Mercedes Echerer geleiteten Festivals aus. Während das Filmprogramm, annähernd parallel, im Wiener Künstlerhauskino und in der Kremser Filmgalerie zu sehen ist, findet das Forum, bei dem Experten über die zukünftigen Perspektiven des europäischen Kinos diskutieren, zum größten Teil nur in Krems statt. Die Themenstellung der einzigen in Wien angesetzten öffentlichen Podiumsdiskussion, an der unter anderen Jean-Pierre und Luc Dardenne teilnehmen, scheint schon vorweg hinreichend geklärt: "European Film - Cultural Good or Economic Asset?"

Information: www.eu-xxl.at


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