Fragen Sie Frau Andrea

Wissen bidet

Stadtleben | aus FALTER 47/05 vom 23.11.2005

Liebe Frau Andrea,

wissen Sie, wie man richtig auf dem Bidet sitzt? Meine Freunde sagen: wie am Klo. Ich war bisher der Meinung: rittlings. Es dankt für die Auskunft

Anne Rossberg

Liebe Anne,

da gibt es diesen einen politisch unkorrekten Witz vom Schwarzen, der durstig durch die Wüste kriecht und eine gute Fee trifft, die ihm genau drei Wünsche erfüllen kann. "Viel Wasser", keucht er, "Frauen" und, ja, "weiß möchte ich sein!" Die Fee wedelt mit ihrem Zauberstab und zack: verwandelt sich der arme Durstige in ein Bidet. Hinter dem - ganz offenbar amerikanischen - Witz verbirgt sich die Tatsache, dass Bidets ursprünglich ein europäisches Sanitärporzellanphänomen sind. Bidets haben die äußere Form von Toiletten - ohne Klositz allerdings. Innen sind sie flach wie Waschbecken, haben einen verschließbaren Abfluss und statt eines Wasserhahns eine Düse an strategisch günstiger Stelle. Mithilfe dieser Düse können diverse Intimbereiche schonend und hygienisch gereinigt werden. Das Wort Bidet kommt aus dem Französischen und heißt Pony, kleines Pferd (vom altfranzösischen bider, traben). Diese doch merkwürdige Etymologie kommt daher, dass frühe Formen von Bidets - eine Erfindung französischer Möbelbauer des späten 17. Jahrhunderts - hockerartige Beinchen hatten und man bei der Benutzung wie auf einem Pferdchen sass. Damit beantwortet sich auch die Frage nach der richtigen Reitrichtung am Bidets. Rittlings, mit gutem Griff auf die Armaturen des Ponys.

dusl@falter.at


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