VORWORT

Kulturpolitik und Ideologie

Steiermark Vorwort | FRANZ NIEGELHELL | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Viele Wege führen ins Unglück, notiert Daniel Defoe - der Erfinder des Robinson Crusoe - im Exil in Bristol 1692. Dorthin hatte es ihn auf seiner Flucht vor Gläubigern verschlagen. Als Ausweg aus dieser misslichen Lage nannte er drei Alternativen: entweder man werde zum Verbrecher, Selbstmörder oder Projektmacher. Der Kulturbetrieb in der Steiermark ist mittlerweile voll von Projektmachern, ein Umstand, dessen sich die Kulturpolitik angenommen hat. Sie unterstützt die Projektmacher, die ihre Pläne vorgeblich für den Nutzen der Allgemeinheit schmieden, und die sie mit dem Geld Dritter auszuführen beabsichtigen - wofür die Kulturpolitik sorgt. Geht bei den kulturellen Projekten alles gut, fehlt es nicht an plötzlichen Ehren, und das, was vorher ein Projekt war, wandelt sich zum glänzenden Werk. Die Kulturpolitik wird zum Ermöglicher von experimentellen Phasen, die zum Ruhm der Gegend beitragen. Ob die zwei neuen Kulturpolitiker von Stadt und Land, Werner Miedl und Kurt Flecker,


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