VOM GRILL

Gilga-bitte-was?

Steiermark Stadtleben | MATHIAS GRILJ | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Neulich leistete ich mir - übermütig und verspielt, wie ich gern bin - einen geradezu gleichsam sozusagen raffinierten steirischen Spaß: Ich schrieb in diese Glosse hinein, der neue Kulturstadtrat Grazens sei kein bislang besonders mit Kunst belasteter Kerl. Das hat er selber gesagt. Dafür klopften mir etliche Leute, die ich als plus-minus-links-grün einschätze, eventuell auch als rot-schwarz-parasitär und überhaupt als überall Ein- und Auskommen erschielend und erschnüffelnd, auf die Schultern, nannten mich verdammt kritisch, und, hehe, diesem Kerl hätte ich es aber bravissimo gezeigt.

  Nun, in diese Glosse hatte ich testhalber noch so eine Kleinigkeit hineingetackert: dass der neue Politiker Enkidu nicht kennte. Kennt ja jedes Kind, oder? Nicht ganz. Alle jene Schulterklopfer zum Beispiel, die sich vielvielviel besser vorkommen als der Neue, kennen das nicht. Ich habe sie extra gefragt. Jetzt frage ich mich, und jetzt frage ich Sie, und jetzt frage ich all diese plus-minus-links-grün-schwarz-rot-parasitären Klugscheißer-Zausel, wann man sich besser vorkommen dürfe als jemand anderer.

  Tja.

  Enkidu ist übrigens ein Freund von Gilgamesch. Gilgamesch ist der Held des sumerischen Gilgamesch-Epos. Das Gilgamesch-Epos, circa 3200 Jahre alt, ist die erste Geschichte, die wir haben. Wir. Sie und der Neue und ich und sowieso wir alle.


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